.: Ich hasse die Frau im Spiegel.. :.
Beinah wär ich auf sie getreten wie so viele zuvor. Ich weiß selbst nicht, warum ich stehen blieb. Jetzt liegt sie vor meinen Füßen im Straßendreck. Sterbend. Und sie leidet so sehr. Erst auf den zweiten Blick sehe ich ihre Flügel. Es sind die eines Engels. Vor langer Zeit waren sie sicher weiß und wunderschön. Nun sind sie gebrochen und zerfetzt. Sie muss einst unglaublich gewesen sein - mächtig, stark. Gut und böse zugleich. Und jetzt liegt sie da und erstickt an ihrem eigenen Blut. Ihr fehlt der Wille sich zu erheben und um Hilfe zu bitten - oder fehlt ihr die Kraft? Nein, die Gewissheit, dass ihr niemand helfen wird, lähmt sie.
Doch jetzt, da ich direkt vor ihr stehe, hebt sie den Blick und für einen kurzen Moment verschwindet der Schleier. Ein Wiedererkennen flackert in ihren Augen auf. Hat sie auf mich gewartet?
Lautlos laufen Tränen über ihr Gesicht. Ich möchte sie wegwischen, die Sterbende in den Arm nehmen, ihr mit meinem Atem neues Leben einhauchen. Doch ich bin zu keiner Bewegung fähig. Und so weine ich mit ihr.
Leise, fast unhörbar beginnt sie zu sprechen:
"Ich bin du. Erkennst du es nicht? Hilf mir. Ich sterbe, weil du mich nicht liebst..."
Sie ringt nach Luft, erstickt an meinem Blut. An den unzähligen roten Tränen, die ich vergoss.
Mit letzter Kraft streckt sie mir ihre Hand entgegen und ich weiß, ich muss sie nur ergreifen um sie zu retten.
Jetzt endlich gelingt es mir mich zu bewegen.
Und ich trete auf sie wie alle anderen zuvor.
27.8.06 09:14
 


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